Business

Unternehmensorganisation

Steht die neue Mandantschaft sicher auf den Füßen? Da hilft ein Blick auf die Unternehmensstruktur.

Sicherster Indikator ist das Organigramm, die grafische Darstellung der im Betrieb Beschäftigten. Wichtig ist die eine Person an der Spitze. Doppel- und Mehrfachspitzen signalisieren fast immer Ungereimtheiten in der Führung. So etwas vertragen nur sehr große Kapitalgesellschaften. Einem kleinen oder mittleren Betrieb dagegen würden die dadurch entstehenden Reibungsverluste zur Gefahr.

Der zweite Blick gilt den Personen, die der Spitzenposition unterstellt sind. Weniger als vier direkt unterstellte Mitarbeiter lassen Effizienzdefizite erwarten - mehr als 7 unterstellte Mitarbeiter ebenso. Je häufiger in einem Betrieb zu wenige oder zu viele Mitarbeiter einem Leiter unterstellt sind, desto kritischer steht es um ihn.

Der Grund für diese Arithmetik liegt einerseits in der Begrenztheit der menschlichen Wahrnehmung und andererseits in den Führungsansprüchen der Beschäftigten. Nur Genies können die Leistung von mehr als sieben Personen zugleich überschauen und planen, motivieren und steuern, kontrollieren und korrigieren. Das alles nämlich muss stimmen, wenn eine Gruppe mindestens durchschnittliche Ergebnisse erzielen soll.

So hielten es schon die Pyramidenbauer. Die menschheitsalte Erfahrung wurde von der modernen Psychologie lediglich neu entdeckt und unter dem Begriff "Organisation" zusammengefasst. Dieses Lehnwort aus dem Griechischen wurde um 1520 "erfunden". Es stand für das Zusammenstellen von Soldaten zu möglichst wirksamen Kampfeinheiten.

Heute nennt man ein Unternehmen daher "gut aufgestellt", wenn die Mitarbeiter zu ergebnisstarken Leistungseinheiten zusammengefasst sind. Allerdings: Die Anzahl der wirklich führbaren Mitarbeiter (Führungspanne) hat sich über die Jahrhunderte nicht geändert.

Georg M. Sieber, Jg. 1935, ist Diplom-Psychologe in München. 1964 gründete er sein Institut für Angewandte Psychologie, die Intelligenz System Transfer GmbH (11 Niederlassungen). Seine persönliches Interessengebiet sind die Schriften historischer Vorläufer der heutigen Psychologie wie Federico II., Machiavelli, Palladio, Inigo de Loyola u.a.. Er steht gerne für den fachlichen Austausch zur Verfügung: Georg.Sieber@IST-Muenchen.de, Tel: 089 / 16 88 011

 

 

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