Angriffe
aus dem Internet machen nicht nur Privatnutzern und großen Konzernen zu schaffen. Auch
kleine Unternehmen und Kanzleien werden zunehmend Opfer digitaler Attacken.
Hat ein Virus einmal den Weg in
einen Firmenserver geschafft, kann sich dieser schnell auf alle anderen angeschlossenen
Rechner ausbreiten und diese lahm legen. Neben den materiellen Verlusten durch
etwaige Festplattencrashs kommen so schnell auch einige Tausend Euro durch Arbeitsausfall
und Produktivitätsverlust zusammen und es kann für Kanzleien und Rechtsabteilungen zu
einem erheblichen Imageverlust bei Mandanten oder Partnern kommen.
Der Marktwert vertraulicher
Daten wie Mandantendatenbanken, Unterlagen zu Gerichtsverhandlungen oder einzelnen
Fällen, Lohn- und Gehaltslisten oder Bankverbindungen war noch nie so hoch. Dringt ein
Hacker in ein ungeschütztes Kanzleinetz ein, liegen sämtliche Informationen der Kanzlei
selbst, aber auch über seine Mandanten wie ein offenes Buch vor ihm. Das führt nicht nur
zum Verlust vertraulicher Informationen, sondern auch zu juristischen Problemen
hinsichtlich des Datenschutzes.
Auch in Kanzleien steigt zudem
die Belästigung durch massenweise verschickte Werbe-E-Mails, so genanntem Spam. Derartige
E-Mails sind nicht nur beliebte Transportmittel für Viren und Würmer, sondern deren
manuelles Löschen nimmt immer mehr Zeit in Anspruch. Was muss eine Kanzlei oder eine
Rechtsabteilung tun, um vertrauliche interne und externe Informationen effektiv zu
schützen und das Firmennetzwerk wirksam abzuschotten?
Schutzrichtlinie
für Kanzleien
Die größte Gefahr im Umgang
mit dem Internet stellt oft das Unwissen der Mitarbeiter dar. Jeder muss zur
Datensicherheit beitragen. Schulungsprogramme, die Mitarbeitern Schritt für Schritt die
Wichtigkeit der IT-Sicherheit erläutern, helfen dabei. Das Formulieren einer Richtlinie
zur Datensicherheit im Unternehmen schärft zum einen das Bewusstsein und gibt zum anderen
wichtige Hinweise zum korrekten Umgang mit Internet, E-Mail-Verkehr, vertraulichen
Geschäftsinformationen und Passwörtern. Mitarbeitersensibilisierung heißt das Stichwort, denn
viele Angestellte sind sich nicht darüber im Klaren, dass gerade sie eine wichtige Rolle
bei der Sicherheit ihrer Einrichtung spielen. Hier geht es beispielsweise darum,
potenziell gefährliche Spam-Mails oder E-Mail-Anhänge wie etwa Dateien mit den Endungen .scr, .pif, .exe oder
.vbs zu erkennen und nicht ohne Rücksprache mit dem Absender zu halten zu öffnen. Viren und Würmer können auch direkt vom Mitarbeiter in ein Netzwerk
geschleust werden. Es ist also empfehlenswert, von vornherein auszuschließen, dass die
Mitarbeiter Programme aus dem Internet herunterladen und auf ihrem Rechner installieren.
Schutztechnik
Neben der Sensibilisierung der
Mitarbeiter sollten Kanzleien ihr Unternehmensnetz mit folgenden wesentlichen Technologien
absichern: Ein leistungsstarker Virenscanner hält den Computer von Cyberschädlingen
frei, indem er ein- und ausgehende elektronische Inhalte prüft und gegebenenfalls
infizierte Dateien löscht. Eine Firewall sorgt dafür, dass kein unliebsamer Besuch
Zutritt erhält und stoppt böswillige Internetbenutzer an der Haustür.
Ergänzend sollte ein Intrusion Detection System, das Fremdzugriffe erkennt eingesetzt
werden. Zu empfehlen ist auch ein Spam-Filter. Er blockt die Werbeflut, die das
elektronische Postfach verstopft und wertvolle Zeit raubt. Wichtig bei einem Spam-Filter
ist, dass er nicht aus Versehen geschäftsrelevante E-Mails blockt.
Neben dem Einsatz aktueller
technischer Schutzmaßnahmen müssen auch Sicherheitslücken regelmäßig geschlossen
werden. Hersteller stellen dafür in der Regel Patches bereit, die immer auf dem neuesten
Stand sein sollten. Um den Administrationsaufwand zu reduzieren, sind hier Programme zu
empfehlen, die so konfiguriert werden, dass alle Rechner beim morgendlichen Hochfahren
automatisch mit den aktuellen Patches versorgt werden und sich so selbst aktualisieren.
Fazit:
Ohne ausreichenden Schutz sind
Kanzleien Angriffen aus dem Internet genauso ausgeliefert wie Konzerne oder Privatnutzer.
Auch wenn die Gefahren im Internet vielfältig sind, kann man sich relativ problemlos
wirksam dagegen schützen. Der Schlüssel hier sind stets aktualisierte
IT-Sicherheitstechnologien, die Sensibilisierung der Mitarbeiter und ein gesundes Maß an
Misstrauen. Da es meistens in Kanzleien an geschulten IT-Mitarbeitern fehlt und das Budget
für IT-Ausgaben knapp ausfällt, ist ein integriertes Sicherheitskonzept empfehlenswert.
Statt einer Reihe von Insellösungen unterschiedlicher Hersteller, die nicht immer
untereinander kompatibel und daher nur schwer verwaltbar sind, sollten Kanzleien auf eine
Internetsicherheitslösung setzen, die alle wesentlichen Mechanismen verbindet und so das
Netzwerk sowie die vertraulichen Unternehmens- und Mandantendaten sicher schützt.
Quelle: Symantec |