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Strategie

Anwaltliche Spezialisierung im Bereich Wirtschaftskriminalität

Die strafbare Tat im Bereich der Aufklärung von Wirtschaftskriminalität ruft nicht den Strafverteidiger auf den Plan, sondern vielmehr den im Bereich Wirtschaftskriminalität spezialisierten Anwalt, dem vordergründig zunächst nur an der Schadensbeseitigung gelegen ist – tatsächlich ist seine Tätigkeit für das erfolgreiche Funktionieren der Wirtschaft und die Sicherung der wirtschaftlichen Unternehmenserfolge unabdingbar.

Der in diesem Bereich tätige Anwalt agiert in einer Parallelwelt zu den Ermittlungsbehörden, muss und kann häufig schneller greifbare Ergebnisse liefern, kann sich selten ausreichend auf verfügbare Erkenntnisse der behördlichen Ermittler sowie rechtzeitige Akteneinsicht verlassen und ist überdies Konkurrent noch an weiteren Fronten.

Fehlende Aufklärung über Eigenarten und Bedeutung der Wirtschaftskriminalität und das dadurch bedingte Fehlen ausreichender Sensibilität für Prävention, Erstmaßnahmen und Schadensbegrenzung führen bei den mit kriminellen Vorgängen konfrontierten Unternehmen häufig zu falschen Reaktionen auf Verdacht oder die entdeckte Tat.

Nicht selten besteht aber auch eine Abneigung, spezialisierte Kollegen zu einem aus Anfangsverdacht resultierenden Krisengespräch hinzuzuziehen – dieses Dilemma des Spezialisten spricht jedoch keineswegs gegen den Bedarf, sondern offenbart nur, welchen Defiziten der hier tätige Anwalt entgegenwirken muss. Meist gilt für ihn: … allein auf weiter Flur und niemand weiß um seine Tätigkeit. Was kennzeichnet nun diese Tätigkeitsbereiche?

Betrachtet man beispielsweise nur einmal den Unternehmensbereich „Einkauf“, so werden in der Literatur (vgl. nur Caroline Roth, Prävention und Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität) als mögliche Straftaten und Eingriffe in die Unternehmensabläufe genannt: Überhöhte und fiktive Einkäufe, Fälschung von Rechnungen, gefälschte Wareneingangsbestätigungen, Zwischenschaltung von Scheinlieferanten, Verletzung von Fabrikationsgeheimnissen.

Oder im Bereich „Verkauf“ etwa: Veruntreuung von Barverkaufserlösen, Verschleierung in der Kassenführung, Lagerbestandsmanipulationen. Die Autorin stellt ebenso schlicht wie nüchtern fest: Wirtschaftskriminalität verursacht hohe materielle und immaterielle Schäden, Wirtschaftsdelikte werden ohne Gewalt verübt und: Die Aufdeckung von Wirtschaftsstraftaten ist schwierig.

Was geschieht nun, wenn das Unternehmen mit einem möglicherweise raffiniert angelegten Betrug oder einem Verdacht auf Veruntreuung konfrontiert wird und einen spezialisierten Rechtsanwalt einschaltet? Zunächst ist zu klären, ob Ermittlungsbehörden, Rechtsanwälte oder Betriebsangehörige zu informieren sind. Betriebliche Abläufe mögen transparent und organisatorisch optimiert sein, Abweichungen von diesen Abläufen, wie sie aus einer Bedrohung durch Wirtschaftskriminalität resultiert, führen zu Unsicherheit und meist falschen Reaktionen. Die Sicherheit des Unternehmens erfordert betriebliche Maßnahmen auf allen Ebenen, nicht etwa nur am Werktor, durch technische Maßnahmen wie Zugangskontrollen und Videoüberwachung. Sicherheit im Unternehmen gilt noch nicht ausreichend als Chefsache, kann aber nicht beliebig delegiert oder nachrangig und außerhalb des Blickfeldes platziert werden. Wird das Unternehmen mit einem Akt der Wirtschaftskriminalität konfrontiert, ist nur der Chef gefragt – nur ihm oder einem etwa eigens installierten Sicherheitsbeauftragten mit entsprechenden Kompetenzen gilt die erste Information. Da auf ersten Verdacht hin nicht abgeschätzt werden kann, welche Personen oder gar Abteilungen involviert sein könnten, muss sorgfältig abgewogen werden, welche weiteren Entscheidungsträger von dort aus zu informieren sind und wie die Vertraulichkeit der Informationswege gesichert werden kann. Da selbst ein ernsthafter Verdacht keine endgültige Rechtssicherheit schaffen kann, konkurrieren arbeitsrechtliche Rücksichtsmaßnahmen mit der Sorge um Firmen-Know-how sowie der Angst vor Folgeschäden und Imageverlusten. Diese Konflikte kann nur die Firmenleitung vermeiden, die über die gebotenen Erstmaßnahmen und Informationsträger entscheidet. Der Rechtsanwalt berät bereits in diesem entscheidenden Stadium und erläutert die sinnvolle Strategie.

Bedeutsam ist in der Folge die Frage nach dem erforderlichen einstweiligen Rechtsschutz, wenn Vermögenswerte eines Tatbeteiligten oder Drahtziehers mit gerichtlichem Beschlag belegt werden, also arrestiert werden sollen. Hier zählt meist der Überraschungseffekt, also der schnelle Zugriff, der Vermögensverschiebungen zu Lasten des bereits geschädigten Unternehmens verhindert. Die Rechtsordnungen zahlreicher Länder lassen geeignete Maßnahmen zu, stellen aber höchst unterschiedliche Anforderungen an die zu präsentierenden vorläufigen Beweismittel, die Eilbedürftigkeit der begehrten Sicherungsmaßnahmen und an etwaige Sicherheitsleistungen, die der Geschädigte möglicherweise zu stellen hat.

In diesem zweiten Feld der Gesamtstrategie entscheiden die Schnelligkeit der Maßnahmen, die Koordination von Sicherungspfändungen an den relevanten Orten unter Einschluss des Auslands und die Sicherung der Beweismittel für die in Aussicht zu nehmenden weiteren gerichtlichen Maßnahmen wie auch zur Stärkung etwaiger Vergleichsverhandlungen.

Rössner Rechtsanwälte hat sich seit 1976 konsequent in diesen Bereichen spezialisiert und geeignete Kooperationen aufgebaut. Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Kanzlei fand am 06.10.2006 in den Kanzleiräumlichkeiten in der historischen Rudolf-Diesel-Villa in München-Bogenhausen eine Feier statt, an der Mandanten und zahlreiche Personen aus Rechts- und Wirtschaftsberatung, Banken, der Justiz und dem Hochschulbereich teilnahmen. Rössner Rechtsanwälte bietet Anwältinnen und Anwälten, die sich in allen Bereichen der auf Wirtschaftskriminalität bezogenen Prävention, der Aufklärung und Schadensbehebung spezialisieren wollen und möglicherweise bereits über Erfahrungen aus Teilbereichen, jedenfalls erprobte forensische Erfahrungen verfügen, ein interessantes Betätigungsfeld mit der Aussicht auf rasche Partnerschaft und Aufnahme in ein sympathisches Team.

Besonders angesprochen sind auch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die erste Erfahrungen im Bereich des Anlegerschutzes und der Aufklärung von Anlagebetrug und von Straftaten im Bereich der Banken und der Vermögensverwaltung sammeln konnten.

Unser Autor, Herr Rechtsanwalt Michael-Christian Rössner, steht Ihnen für den fachlichen Austausch unter roessner@roessner.de oder telefonisch unter 089 / 9989220 gerne zur Verfügung.

 

 

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