Energien
gezielt zum Nutzen der Kanzlei freisetzen
Die traditionelle chinesische
Gestaltungslehre Feng Shui hat in den letzten zehn Jahren ihren Weg von Hongkong über die
USA nach Europa gefunden und beeinflusst hier zunehmend das moderne westliche Design.
Immer mehr Bauvorhaben werden
heutzutage mit Hilfe des Feng Shui realisiert. Beim Um- und Neubau von Büros,
Ladengeschäften und Hotels, selbst bei Einkaufszentren kommt auch in unseren Breiten mehr
und mehr diese ganzheitliche chinesische Gestaltungslehre in der Architektur und
Innenarchitektur zum Einsatz. Aber auch in anderen Bereichen, wie in der Gartenplanung und
in der Unternehmensberatung fließt Feng Shui mit ein. Ausgesprochen wird es in etwa:
Fong Schuei, übersetzt bedeutet es soviel wie Wind und Wasser.
Dieses Bild zeigt, worum es geht: Der Wind an sich ist unsichtbar und auch nicht
greifbar. Dennoch ist er spürbar vorhanden. Feng Shui lässt sich ebenso
wenig greifen, für manche auch ganz schwer begreifen. Dennoch ist es existent und steht
für eine nicht fassbare Qualität und Wohlfühlatmosphäre in Büros, Geschäfts- wie
auch Wohnräumen.
Ziel dieser Lehre ist es, die
Umwelt des Menschen so zu gestalten, dass er sich darin wohl fühlt. Sie ist eine komplexe
Wissenschaft, die ein großes Können erfordert. Wir in unseren westlichen Breiten würden
Feng Shui eher als Kunst definieren, Räume harmonisch einzurichten, so dass der Mensch
sich wohl fühlt. Denn erst wenn sich die Menschen zu Hause oder an ihrem Arbeitsplatz
geborgen fühlen, ist die Grundlage für Gesundheit gegeben. Und Gesundheit wiederum ist
die Voraussetzung für geschäftlichen und privaten Erfolg. Für die Chinesen ist dieses
Prinzip der richtigen Energien am richtigen Ort zur richtigen Zeit auch heute noch
existenziell. In Hongkong wird kein Neubau ohne einen Feng-Shui-Experten gebaut, der neben
der richtigen Ausrichtung und dem richtigen Energiefluss auch den richtigen Zeitpunkt für
die Einweihung eines Gebäudes bestimmt.
Wohlbefinden und
Harmonie sind die Ziele
Räume sind ein Spiegel unserer
Seele. Wie ein Mensch eingerichtet ist, sagt viel über seine innere Befindlichkeit aus.
In schlecht möblierten, heruntergekommenen Räumlichkeiten kann ein Mensch weder
glücklich noch besonders motiviert sein. In einer chaotischen Arbeitsumgebung ist der
Mensch nicht in der Lage, optimale Leistung zu erbringen. In den meisten Büros wird die
Gestaltung nicht allzu ernst genommen und als äußerer Schein abgewertet.
Doch unsere Umgebung prägt uns mehr, als uns lieb ist. Sie behindert uns in unserem
beruflichen Fortkommen oder sie unterstützt die Ziele, die wir haben. Darum ist ein gutes
Feng Shui im Geschäftsbereich existenziell. Innerbetriebliche Themen wie beispielsweise
hoher Krankenstand, hohe Personalfluktuation, Kommunikationsprobleme und Mobbing sowie
Stagnation, geschäftliche Misserfolge und andere Probleme werden ursächlich mit der
Gestaltung der Räume in Zusammenhang gebracht. Umgekehrt kann ein gutes Design dazu
beitragen, die Situation in einem Büro positiv zu verändern.
Ziel des Feng Shui ist es,
Geschäfts- und Privaträume so zu gestalten und einzurichten, dass die Energien angehoben
werden. Dabei lässt sich Feng Shui an jeden Einrichtungsstil anpassen, an Eiche rustikal
genauso gut wie an modernes Design. Auf fernöstliche Gestaltungselemente wie Fächer und
Windspiele kann man in jedem Fall verzichten. Im Idealfall ist das gute Feng Shui
"unsichtbar", die veränderte Atmosphäre jedoch deutlich spürbar. Diese
Gestaltungslehre ergänzt die modernen westlichen Wissenschaften, wie die Ergonomie, die
Baubiologie, die Wohn- und Arbeitspsychologie.
Alles ist Energie
Ausgangspunkt der chinesischen
Philosophie, aus der auch Feng Shui hervorgeht, ist die Annahme, dass alles auf diesem
Planeten und in diesem Kosmos aus unsichtbarer und nicht messbarer Energie besteht. Sowohl
die Außen- als auch die Innenräume, ja auch der Mensch selbst ist von dieser Energie,
dem Chi (sprich Tschi), durchströmt. Sind die Chi-Ströme an einem Ort, in den Räumen,
im menschlichen Körper gestört, so sind sowohl Wohlbefinden als auch Arbeitsklima
gestört. Langfristig kann das nach dieser Auffassung zu Spannungen, Stress und
schließlich zu Krankheiten führen. Durch die Art und Weise, wo die Möbel platziert
werden und wie Farben und Materialien im Raum gewählt werden, verändern sich die
Energien eines Raumes. Pflanzen und Naturzitate beispielsweise regen das Chi eines Raumes
an. Aber Vorsicht, diese müssen gut gepflegt werden und dürfen nicht verwelkt sein!
Blockaden vermeiden
Damit das Chi ungehindert
fließen kann, sind bestimmte Prinzipien zu berücksichtigen: Das Chi fließt von außen
nach innen. Das Feng Shui beginnt außen! Der Eingang eines Unternehmens muss leicht zu
finden sein, die Hausnummer und der Name müssen lesbar sein und die Ausstrahlung des
Eingangsbereich muss stimmen. Der erste Eindruck, den man beim Betreten der
Räumlichkeiten hat, muss ein positiver sein. Alles, was auf dem Boden herumsteht und dort
nicht hingehört, wie beispielsweise Verpackungsmüll, stellt eine Blockade dar. Blockaden
behindern den Chi-Fluss. Gerümpel sollte ebenso wie alles Schäbige aus den Büros
verbannt werden. Der erste Blick des Menschen fällt beim Betreten eines Raums auf den
Fußboden, der zweite in die diagonale Ecke gegenüber der Tür. Daher sollte der
Fußboden immer sauber sein und einen aufgeräumten Eindruck machen, in der diagonalen
Ecke sorgt ein Blickfang, eine schöne Pflanze beispielsweise, für positives
Chi.
Der Mensch steht im
Mittelpunkt der Gestaltung
Gestalten mit Feng Shui ist ein
ganzheitlicher Prozess, bei dem der Mensch der Maßstab für Gestaltung ist. Die Räume
müssen sich an seinen objektiven und individuellen Bedürfnissen orientieren. Die seit
Urzeiten im Menschen verankerten Bedürfnisse wie Schutz und Flucht zu ignorieren hieße,
gegen den Menschen zu gestalten und ihm gesundheitlich zu schaden. So soll uns
beispielsweise die Decke eines Raumes gleichzeitig schützen und stärken. Die Farbgebung
sollte sich daran orientieren, das "Oben" durch Helligkeit zu betonen und das
"Unten" durch erdende Material- und Farbauswahl abzusetzen. "Mit beiden
Beinen fest auf dem Boden stehen" versinnbildlicht sowohl körperliche als auch
psychische Stabilität. Ein Fußboden muss diese Festigkeit durch seine Optik ausdrücken.
Fußböden aus transparenten Materialien, wie Metallgitter oder Glas erfüllen diese
Funktion nicht. In der Farbgebung sollte sich ein Fußboden an den Farben der in der Natur
vorkommenden Böden orientieren: Erde, Sand, Steine. Die Farbe Blau im Fußbodenbereich
erinnert, zusammen mit einer glänzenden Oberfläche, eher an Wasser. Auf Wasser können
wir nicht gehen, und daher fühlen wir uns auf derartigen Böden irritiert.
So sitzen Sie
richtig
Das Dach schützt gegen die
Witterung und die Wände dienen als Schutz gegen Gefahren von außen. Arbeitsräume
sollten Orte der Kraft und Leistung sein und nicht Orte, die auslaugen. Unter diesem
Gesichtspunkt kommt dem "starken Rücken" eine ganz besondere Bedeutung zu. Wenn
dieser sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause fehlt, können langfristige Irritationen
wie chronische Nacken- und Rückenschmerzen entstehen. Man fühlt sich ausgepowert und
weiß oft nicht warum. Der beste Platz ist daher mit dem Rücken an einer starken
Wand. Darunter versteht man eine ungebrochene Wand, d.h. eine ohne Fenster und
Türen, von der aus man am besten noch einen freien Blick zur Tür hat. Wer dagegen mitten
im Raum sitzt, ohne Schutz im Rücken und mit ständigem Personalverkehr
hinter dem Rücken, reagiert langfristig gestresst. Derartige Schleudersitze
sind oft der Grund für Personalfluktuation. Paravents oder Pflanzen hinter dem Rücken
können hier Schutz bieten. Ein offenes Regal, etwa noch mit der unerledigten Arbeit im
Rücken, schwächt Sie. Nicht umsonst sitzt Ihnen dann die Arbeit im "Nacken"
oder geht Ihnen an "die Nieren". Niemals sollte man mit dem Kopf zur Wand
arbeiten, das erzeugt das bekannte "Brett vor dem Kopf". Das Fenster sollte
seitlich vom Schreibtisch sein, beim Rechtshänder sollte das Licht von links, beim
Linkshänder von rechts auf die Schreibtischoberfläche fallen.
Auch bei Besprechungen sollten
Sie Ihre Position so wählen, dass Sie mit dem Rücken an einer starken Wand und mit dem
Blick zur Tür zu sitzen. Sie befinden sich dadurch in einer Position der Stärke, sind
von hinten nicht angreifbar, haben aber nach vorne den vollen Überblick und die Kontrolle
über die Situation. Das verleiht ein Gefühl der Souveränität und Sicherheit. Ob im
Büro oder im Restaurant: Sitzt man mit dem Rücken zur Tür und sieht nicht, was hinter
einem passiert, fühlt man sich unwohl und unsicher. Auch hier können Spiegel helfen, die
energetische Situation zu verändern. Als "Rückspiegel" angebracht, zeigen sie
eventuelle Eindringlinge. Man arbeitet entspannter und hat nicht das Gefühl, von hinten
"überfallen" zu werden. In diesem Fall könnte ein großer Spiegel an der Wand
angebracht werden, der die Tür vollständig reflektiert. Eine energetisch ähnliche
Wirkung hat aber auch bereits ein kleiner Spiegel, der auf dem Schreibtisch aufgestellt
wird.
Geht es um die Verteilung der
einzelnen Räume eines Büros, so ist nach Feng Shui der Chef am besten im Büro ganz
hinten im Flur platziert. Von dort aus hat er den Überblick und wird nicht übergangen.
Der Empfang ist wie üblich in den ersten Räumen sinnvoll.
"Feuer"
steigert die Energien im Raum
In jedem Büro ist dafür Sorge
zu tragen, dass das energetische Niveau angehoben wird. Nach meinen Erfahrungen fehlt in
vielen Büros die aktivierende Feuer-Energie, was sich auf die Mitarbeiter mit
Abgeschlagenheit und Müdigkeit auswirken kann. Die einfachste und wirkungsvollste Weise,
die Energien eines Raumes anzuheben, ist mit Farbe. So bringen alle Rottöne, vom zarten
Apricot bis hin zum kräftigen Feuerrot, eine nach oben gerichtete, aufstrebende
Feuer-Energie in den Raum. Das Rot des Feuers gilt im Feng Shui als
glücksbringend, regt aber ebenso den Intellekt an. Auch Bilder oder Fotos in Rottönen
oder mit Feuermotiven, wie beispielsweise ein Vulkan, rote Wüstenlandschaften oder
Blumen, am besten an der Südwand des Raumes aufgehängt, beleben die Atmosphäre.
Falls Ihnen Rot widerstrebt,
können Sie auf das Material Leder, egal in welcher Farbe, zurückgreifen. Lederstühle
oder anderes Mobiliar aus Leder erzeugen, ebenso wie Kunststoff, eine anregende
Energieform. Man ist also bei der Gestaltung eines Büros sehr flexibel, was das Design
betrifft.
Die Wasser-Energie
bringt Erfolg ins Unternehmen
Ohne die fließende Energie des
Wassers ist im Feng Shui kein geschäftlicher Erfolg denkbar. In Hongkong hat jede Bank
entweder einen kleinen Wasserfall oder einen Springbrunnen. Wasser verändert nicht nur
die Atmosphäre eines Raumes, sondern sorgt auch für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit,
und verbessert die Qualität der Luft. Die Wasserenergie hebt das energetische Niveau an,
verbessert die Kommunikation und bringt Dynamik in den Raum. Die Energieform
"Wasser" kann auch durch die Farben Grau und Schwarz erzeugt werden. Ein grauer
Teppichboden im Büro wäre schon Wasser genug! Vielleicht haben Sie auch eine
Glasvitrinen, einen Glastisch oder Spiegel? Das Material Glas erzeugt ebenso die anregende
Wasser-Energie.
Am einfachsten kann man durch
Kunst oder ein Foto, das ein Wassermotiv zeigt, etwa einen See, einen Wasserfall oder den
Blick auf das Meer, die Energien im Raum in dieser Hinsicht erhöhen. Vielleicht haben Sie
auf Ihrem PC das Bildschirmschonerprogramm fish? Wenn diese künstlichen
Fische Ihren Bildschirm durchschwimmen, dann haben Sie für Ihren finanziellen Erfolg
schon genug getan! Sollte es in Ihrer Kanzlei an Kommunikation mangeln oder wären
Missverständnisse an der Tagesordnung, würde man auf fehlende Wasserenergie tippen.
Die Gehirnhälften
aktivieren
Eine gezielte Gestaltung mit
Feng Shui schafft nicht nur mehr Atmosphäre, sondern kann auch gezielt die Aktivitäten
der beiden Gehirnhälften anregen. Die linke Hemisphäre ist mehr dem Verstand und
logischen Denken zugeordnet, und kann durch gerade Formen, rechte Winkel und harte
Materialien wie Glas und Stahl unterstützt werden. Möchte man hingegen die Intuition und
die Kreativität über die rechte Hälfte anregen, sollte man eher geschwungene Formen und
textile Materialien einsetzen. Im Idealfall sind Logik (Yang) und Intuition (Yin) auch in
der Gestaltung eines Büros jeweils zur Hälfte berücksichtigt und bieten dadurch die
Voraussetzung für eine optimale Verknüpfung beider Hälften.
Weniger ist mehr
Freiräume am Arbeitsplatz
Zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz
gehören jedoch noch weitere, oft vernachlässigte Wohlfühl-Faktoren: Eine
gewisse Leere im Raum und die Überschaubarkeit des Arbeitsplatzes. Die
Voraussetzung dazu ist die Abwesenheit von Chaos und Gerümpel. Nichts wirkt auf einen
Menschen demotivierender als ein zugemüllter Schreibtisch, nichts wirkt nach
außen hin chaotischer als ein Büro, das überfüllt und nicht durchschaubar ist. Ein
Schreibtisch, der Deponiecharakter hat, wird oft mit Wichtigkeit und
Kreativität gleichgesetzt. Aber eigentlich zeigt er nur, dass sein Besitzer überlastet
ist und seine Arbeit nicht im Griff hat. Würde es wirklich einen direkten Zusammenhang
zwischen kreativem Genie und unaufgeräumten Schreibtischen geben, so wären die meisten
deutschen Büros Orte einer genialen kreativen Elite. Der Mythos vom kreativen Chaos zeigt
nur die Hilflosigkeit der Betroffenen. Wenn ich mehr Schränke hätte, (...) wenn
ich ein größeres Büro (...) einen größeren Schreibtisch hätte ..., damit
ließen sich dem Anschein nach die Probleme lösen. Das kreative Chaos ist ein reiner
Mythos!
Eine äußere Unordnung spiegelt
meist das innere Chaos des Nutzers wider. Die Verwirrung im Raum wiederum verstärkt die
innere Verwirrung. Ein chaotisches Erscheinungsbild wirkt sofort und unbewusst sowohl auf
Mitarbeiter als auch auf Kunden. Chaos ist schlichtweg geschäftsschädigend. Die Lösung
lautet: Weg mit allem, was nicht unmittelbar zur Arbeit gehört! Der kleine Schritt weg
vom unkreativen Chaos hin zu einem Zustand von Klarheit im Raum und Kopf, hin zu mehr
kreativen Freiräumen, geht nur über das Entrümpeln! Dieses ist der erste Schritt. Darum
weg mit allem, was im Weg herumsteht und -liegt! Weg mit Verpackungsmaterialien, die auf
den Schränken und unter den Tischen stehen! Weg mit dem Schnickschnack, der mit der
Arbeit nichts zu tun hat! Die Gefühle, die sich nach dem Entrümpeln und Aufräumen
einstellen, reichen von absoluter Euphorie bis zu der Gewissheit, jetzt endlich mal den
eigenen Laden im Griff zu haben, den Überblick wieder gefunden zu haben und
den Aufgaben endlich wieder gewachsen zu sein. Eine gewisse Leere im Raum ist die
grundlegende Voraussetzung für Überblick, neue Ideen, Kreativität und fließendes
Chi und das Entrümpeln daher die erste Feng-Shui-Maßnahme.
Dr. phil. Rita Pohle,
Industrial Designer HDK, ist Interior- und Industrial Designerin, Feng-Shui-Expertin,
Autorin zahlreicher Werke und systemischer Coach. Sie steht Ihnen für den fachlichen
Austausch rund um die Gestaltung und Planung von Büros per eMail unter info@fengshuidesign.de
oder telefonisch unter 0711 / 425728 gerne zur Verfügung. Ihre Internetadresse lautet: www.fengshuidesign.de. |